Rückblick auf “Flucht und Fußball”

Am 16.05.2017 hatten wir für 19 Uhr zu unserer ersten Veranstaltung geladen. Dazu wurden die Podiumsgäste Khalid Sharo, Venant Chuani Tcheumani, Carolin Gaffron und Antje Boehmert zu dem Thema Flucht und Fußball von unserem Moderator Michael Müller befragt.

Über 50 Gäste waren der Einladung gefolgt, um sich ein Bild von der integrativen Kraft des Fußballs zu machen. Dabei konnten unsere Gäste die unterschiedlichen Möglichkeiten, die der Fußball in Hinblick auf Integration Geflüchteter hat, kennenlernen. Zwei der Gäste waren selbst Geflüchtete: Khalid hat uns und unseren Gästen die Seite des aktiven Fußballers aufgezeigt, wohingegen mit Venant jemand im Podium saß, der sonst mit seinen Freunden in der Ostkurve steht und Hertha BSC anfeuert.

Khalid und Venant sind beide aus ihren Herkunftsländern geflohen und haben hier in Berlin eine neue Heimat gefunden. Khalid hat uns in der Gesprächsrunde von seinem Leben und seiner Flucht aus Syrien erzählt. In Syrien hat Khalid in der 2. Liga gespielt und auch in Deutschland nimmt der Sport weiterhin eine große Rolle für Ihn ein. Aktuell spielt er bei „Willkommen im Fußball“, einem Projekt von Champions ohne Grenzen, unter dem Trainer Christian Andrés González. Auch in der dritten Mannschaft von Hertha BSC hat er bereits gespielt. Nach einer Verletzung hat er dort allerdings aufgehört und hofft nun wieder bei Hertha BSC Fuß zu fassen. Neben dem Sport hat Khalid uns auch von seiner schwierigen familiären Situation erzählt. Seine Frau lebt immer noch in Syrien und bis jetzt war es noch nicht möglich, dass auch sie hier nach Deutschland kommen kann. Für ihn ist unklar wie es nun weiter gehen wird.

Venant ist aus Kamerun nach Deutschland geflohen. In Kamerun hat er studiert und war danach als Lehrer tätig. Auch für Venant spielt Fußball eine wichtige Rolle. Allerdings aus der Perspektive eines Fans und nicht aus der eines aktiven Sportlers. In Kamerun hat er seine Mannschaft, Unisport Bafang, als Fan unterstützt und ist nun hier in Berlin Fan der Hertha geworden. In der Ostkurve feuert er bei jedem Heimspiel seine Hertha an. Wir haben mit ihm über das Erlebnis des Fanseins in Kamerun und hier in Deutschland gesprochen. Anders als bei Khalid ist bei Venant der Aufenthaltsstaus unsicher.  Besonders beeindruckend für die Anwesenden war sicherlich, mit welcher Leidenschaft Venant von seinen Erfahrungen in der Ostkurve gesprochen hat, wie er den Fußball hier erlebt und in seiner Heimat erlebt hat, und wie unendlich schwer ihm gleichzeitig fiel, die Angst vor einer möglichen Abschiebung zu thematisieren.

Mit Carolin Gaffron hatten wir zudem die Geschäftsführerin von Champions ohne Grenzen e.V. (ChoG) auf unserem Podium sitzen. Sie hat uns mit Unterstützung von einige Fotos die Arbeit bei ChoG vorgestellt. Champions ohne Grenzen ist ein Verein der die Organisation interkultureller Sportprojekte für und mit geflüchteten Menschen in Berlin durchführt. Unser vierter Gast auf dem Podium war die Produzentin Antje Boehmert. Mit ihrem Film „Refugee 11“ und ihrer Webvideo Reihe „Refugee 11 online“ hat sie sich auf filmische Art mit der Thematik Flucht und Fußball auseinandergesetzt. Zwei ihrer Kurzfilme aus der Webvideo-Reihe haben wir gezeigt und als Grundlage für das nachfolgende Gespräch genutzt. Im Rahmen dieser Reihe trifft in jeder Folge ein Fußballprofi mit Fluchterfahrungen auf einen geflüchteten Amateurspieler. Wir haben uns die Folgen von der ehemalige Fußballspielerin Fatmire Alushi und von Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic angeschaut. Die thematischen Schwerpunkte der Clips waren die Ankunft in Deutschland, welche Ausbildungsmöglichkeiten hier existieren, welche Ängste und Sorgen Geflüchtete ob ihres unsicheren Status’ haben und wieviel Kraft und der Halt den Fußball geben kann.

Auch hier wollen wir uns noch mal bei unseren Podiumsgästen und allen anderen Gästen bedanken, dass ihr unsere erste Veranstaltung unvergesslich gemacht habt. Wir freuen uns darauf, auch bei unserer nächsten Veranstaltung wieder viele interessierte Gäste begrüßen zu dürfen.

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