»ausgegrenzt – verfolgt – ermordet. Sinti und Roma in Lichtenberg 1933-1945«

Fotoquellen: Bundesarchiv Berlin, Landesarchiv Berlin, pixabay

Von außen scheint es, als sei in Cottbus schon seit einiger Zeit Hopfen und Malz verloren. Es mag ein Vorurteil sein. Dass allerdings nicht nur Teile der Fanszene mit derben Entgleisungen und rechten Aktionen auffallen, sondern der Aufstieg in die 3. Liga sogar von der Mannschaft und Trainer Claus-Dieter Wollitz mit antiziganistischen Gesängen gefeiert wird, war dann doch noch mal ein neues Level. Wollitz entschuldigte sich später u.a. mit den Worten, ein solcher Gesang habe „in der Öffentlichkeit nichts zu suchen“. In der Kabine geht es aber, oder wie? Es war ja alles nur ein Spaß. Schon klar. Mit Diskriminierung hat das alles nichts zu tun. Für die Leute in Cottbus, die sich gegen Nazis engagieren, wird die Aufgabe dadurch gewiss nicht einfacher.

Aber schauen wir nicht bis nach Cottbus, bleiben wir bei uns. Auch bei vielen Herthafans gehört das beleidigend gebrauchte Wort „Zigeuner“ zum Standardrepertoire der Pöbeleinlagen gegen gegnerische Fußballspieler oder Fans. Ja, auch hier denkt sich wohl der Großteil nichts dabei. Doch das kann als „Entschuldigung“ kaum überzeugen.

Um gleich zu Beginn der neuen Saison mal ein paar Gedankenanstöße zu geben, wollen wir „Antiziganismus“ zum Thema machen. Antiziganismus ist seit dem Spätmittelalter ein mehr als trauriges Kapitel europäischer und deutscher Geschichte. Den Höhepunkt stellte die systematische Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma währen der NS-Diktatur dar. Wie Menschen in unserer Stadt in dieser Zeit mit Sinti und Roma umgegangen sind, zeigt derzeit eine Ausstellung im Berliner Stadtteil Lichtenberg: »ausgegrenzt – verfolgt – ermordet. Sinti und Roma in Lichtenberg 1933-1945«.Von dieser Ausstellung können wir Selbstreflexion lernen und aktiv werden, um die voranschreitende Wiederholung der Geschichte aufzuhalten. Die Ausstellung wird noch bis zum 30. Dezember geöffnet sein. Der Eintritt ist frei.

Wir besuchen am 31.08.2018 um 16:30 Uhr gemeinsam die Ausstellung in Lichtenberg und erhalten dort extra eine Führung der Kuratorin. Da die Zahl der Teilnehmenden auf 25 beschränkt ist, bitten wir Euch um eine zeitnahe Anmeldung per Direktnachricht auf Facebook oder E-Mail an info(at)hertha-fuer-alle.de. Im Anschluss an den Museumsbesuch gibt es die Gelegenheit gemeinsam die Eindrücke zu besprechen und den Abend bei nem Bierchen ausklingen zu lassen.

Treffpunkt:
S-Bhf Nöldnerplatz
31.08.2018, 16:00 Uhr (Beginn der Führung 16:30 Uhr)

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